Intelligent Optimization

 

In diesem Abschnitt über Optimierung werden die speziellen Features beschrieben, mit denen das Ipanema-System die Performance von kritischen Anwendungen unter allen Umständen garantiert.


Die Intelligent Optimization-Features erlauben:

 

 

 

 

 

 


Die Definition der Anwendungsperformance-Ziele pro Nutzer und ihre Umsetzung im WAN

 

Die spezielle Fähigkeit des Systems, die Anwendungsperformance zu garantieren, basiert auf seinem zielbasierten Konzept des Datenverkehrs-Managements. Das Grundprinzip dabei ist, vorab zu definieren, wieviel Bandbreite jedem einzelnen Anwender-Applikationsstrom zur Verfügung stehen soll. Dieser Ansatz unterscheidet sich grundsätzlich von den traditionellen Methoden, bei denen eine manuelle Konfiguration des Verkehrs vorgenommen wird, in der Hoffnung, dass dies zu einer guten Anwendungsperformance führt. Beim zielbasierten Konzept von Ipanema werden die Mittel zur Erzielung der Anwendungsperformance-Vorgaben automatisch und dynamisch auf globaler Ebene berechnet, um ein sekundenaktuelles, optimales Set von Datenmanagement-Parametern zur Verfügung zu stellen.


Beim Ipanema-System muss ein Unternehmen lediglich festlegen, welche Anwendungen die wichtigsten und wie entscheidend diese für die Geschäftsabläufe sind. Applikationen, für die das Unternehmen eine höhere Verfügbarkeit benötigt, werden als kritischer eingestuft. Eine niedrigere Kritikalitätsstufe bedeutet nicht, dass die betreffende Anwendung für das Unternehmen irrelevant ist. Es bedeutet lediglich, dass das Unternehmen es tolerieren kann, wenn diese Applikation während der Spitzenbelastungszeiten vorübergehend eine niedrigere Qualität aufweist. 


Anwendungen werden im System mit einer Kombination von Layer 3- bis Layer 7-Kriterien definiert. Beispielsweise können Citrix- und HTTP-Applikationen anhand von veröffentlichten Anwendungsnamen und URLs definiert werden.


Für jede Anwendung wird ein Service Level pro Nutzer festgelegt. Dabei wird definiert, was das Netzwerk an Ressourcen für jeden Nutzer einer bestimmten Anwendung bereitstellen soll. Die Ressourcen werden unter Verwendung von Schwellenwerten für Bandbreite, Verzögerung, Jitter und Verluste definiert. Diese Service Level-Informationen sind in einem Verzeichnis in der zentralen Software hinterlegt und lassen sich gemäß den speziellen Anwendungsanforderungen eines Unternehmens individuell anpassen. 

 

  

 

Sobald die Ziele festgelegt sind, kann das Ipanema-System feststellen, ob die Vorgaben derzeit im Netzwerk erreicht werden oder nicht. Im folgenden Beispiel sind am Standort 4 erhebliche Probleme mit der Anwendungsperformance zu verzeichnen, die auch äußerst geschäftskritische Applikationen wie SAP betreffen.

 

Wenn die Ipanema-Optimierung aktiviert ist, strukturiert das System automatisch die verfügbaren Ressourcen so um, dass die Servicequalität für die Endnutzer im gesamten WAN optimiert und damit ihre Produktivität gesteigert wird. In diesem Beispiel erhalten die Nutzer an Standort 4 die erforderlichen Netzwerkressourcen. So kann erreicht werden, dass die Anwender der geschäftskritischen Applikationen im gesamten Netzwerk zu 100 Prozent zufrieden sind.   Die erheblich verbesserte Zuteilung der gleichen Netzwerkressourcen mittels der Definition von Anwendungsperformance-Zielen führt in diesem Beispiel zu einem signifikanten Anstieg der Gesamtzufriedenheit der Anwender von 57 auf 78 Prozent. Lediglich für die Nutzer, die nach der Optimierung immer noch unter einem Mangel an Netzwerkressourcen leiden, sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um die Performance ihrer Anwendungen zu erhöhen – in der Regel ist ein Upgrade der Bandbreite vonnöten. 

 

 

 


 
Garantierte Performance geschäftskritischer Anwendungen unter schwierigsten Bedingungen

 

Dank seiner dynamischen und globalen Struktur kann das Ipanema-System die Performance von Anwendungen besser garantieren als jede andere Lösung auf dem Markt.
 

Die folgenden beiden Diagramme stammen von Tests, die die Tolly Group durchgeführt hat. Es wurde die Fähigkeit des Systems gemessen, den Nutzern unter realen Bedingungen eine gute Servicequalität zu bieten. Die Testumgebung entsprach einem Netzwerk mit drei Standorten und einer Auswahl verschiedener Unternehmensanwendungen. Die Testszenarien simulierten die ständigen Veränderungen der Nutzer-Anzahl der einzelnen Applikationen, wie sie sich in jedem Unternehmensnetzwerk ergeben.


Die Testergebnisse beweisen die besondere Fähigkeit der Ipanema-Lösung, die Performance kritischer Anwendungen selbst unter den schwierigsten Bedingungen zu garantieren.

 

 

Das globale Management vermaschter Datenströme mittels kooperativer Tele-Optimierung

 

Heutzutage konkurrieren nicht nur Anwendungen, sondern auch die einzelnen Standorte um Netzwerkressourcen. Im folgenden Beispiel greift die Zweigstelle C über das WAN auf eine kritische SAP-Anwendung zu, die auf dem Hauptrechenzentrum B liegt. Gleichzeitig synchronisiert die E-Mail-Anwendung deselben Nutzers die Daten über das WAN vom regionalen Rechenzentrum A. Dann generiert auch ein zweiter User in der Zweigstelle C E-Mail-Verkehr von B. Die daraus resultierende Konkurrenz zwischen den Anwendungsströmen von Standort A und B führt zu einem Stau im PE Router (PE = Core Ausgangsrouter im MPLS, bedient die Last Mile) an Standort C und beeinträchtigt die Performance der kritischen Anwendung. Obwohl sich diese Konkurrenzsituation mit einer Verkehrsmanagement-Appliance am Standort C beheben lässt – zumindest solange der Verkehr von den Standorten A und B keinen Nicht-TCP-Traffic enthält - ist es dennoch nicht optimal, wenn die Kontrolle am Zielstandort stattfindet.
 

Durch das globale Management des Netzwerkverkehrs, das mit der kooperativen Tele-Optimierung von Ipanema zwischen den Appliances in den Rechenzentren möglich ist, kann der Stau im PE Router am Standort C vollkommen vermieden werden, ohne dass dort eine ip|engine installiert werden müsste. Denn die ip|engines an den Standorten A und B tauschen in Echtzeit Informationen über die einzelnen Datenströme aus und stellen dabei fest, dass sie beide Daten an C schicken. Anhand des gemeinsamen Wissens über die Zusammenstellung der Applikationen, ihrer Wichtigkeit für das Unternehmen und der Ressourcen, die an Standort C verfügbar sind, berechnen sie dynamisch die Bandbreite, die jeder User-Session nach C zugeteilt werden kann. Damit verhindern sie effektiv einen Stau im Ziel PE Router. Der Verkehr an der Quelle wird gesteuert, noch bevor die Übertragung überhaupt startet. 


  Die kooperative Tele-Optimierung sorgt für eine drastische Reduzierung der Kosten und der Komplexität des Anwendungsverkehrs-Managements in großen, verteilten Netzwerken, da keine Hardware-Appliances in den Zweigstellen installiert werden müssen.

 

 

 


Der dynamische Schutz interaktiver Anwendungen und die Umsetzung von Sprach-/Video-/Daten-Konvergenz mittels intelligentem Packet Forwarding

 

Das Ipanema-System optimiert nicht nur die Bandbreite, sondern steuert auch die anderen Eigenschaften von Netzwerkressourcen: Verzögerungen, Verluste und Jitter. Mit der Technologie des intelligenten Packet Forwarding werden die Anwendungsströme gemäß ihrer Eigenschaften und des individuellen Benutzerverhaltens unterschiedlich behandelt.

 

Pakete, die zu Echtzeit-Strömen wie VoIP oder Video gehören, werden so transportiert, dass keine unerwünschten Jitter-, Verzögerungs- oder Verlust-Effekte auftreten.   Pakete, die zu Datentransfer-Strömen wie FTP oder E-Mail gehören, werden so übertragen, dass sie die entsprechenden Bandbreiten-Ressourcen erhalten, ohne andere verzögerungsempfindliche Ströme zu beeinträchtigen.   Pakete, die zu interaktiven Strömen wie Citrix oder Windows RDP gehören, benötigen in aller Regel die geringste Übertragungsverzögerung. Sie werden vom Ipanema-System auf das Benutzerverhalten in jedem Augenblick der Session hin analysiert. Diese spezielle Technologie ist für die korrekte Behandlung „hybrider“ Ströme erforderlich, die dann entstehen, wenn beispielsweise ein User eine lokale Datei innerhalb einer Citrix-Dokumentenbearbeitungs-Session lädt oder speichert. Das intelligente Packet Forwarding von Ipanema verhindert dann, dass diese Datentransfer-Phasen des eigentlich interaktiven Stroms dazu führen, den Cursor eines anderen Benutzers in einer parallelen Citrix-Session plötzlich zum Stillstand zu bringen.

 

 

Die automatische Auswahl der besten Zugangsverbindung mit Smart|Path

 

Smart|Path ist ein Zusatz-Feature für die Ipanema-Endgeräte, die in den Niederlassungen installiert sind. Die Technologie zielt auf die gemeinsame Nutzung der Kapazitäten unterschiedlicher Netze – in der Regel eine Primärverbindung der Enterprise-Klasse und eine kostengünstigere Internet DSL-Verbindung –, damit die End User Experience verbessert und die Business Continuity erhöht wird. Smart|Path nutzt den zielvorgabenorientierten Ansatz des Ipanema-Systems, um zu entscheiden, welchen Weg ein Anwendungsstrom nehmen soll. Des Weiteren greift die Technologie auf die Transparenz- und Optimierungs-Funktionen des Ipanema-Systems zurück, um Entscheidungen dynamisch auf der Basis des Echtzeitstatus der Verbindungen (verfügbare Bandbreite, Qualität usw.) zu treffen. Als Grundlage für die Wahl des Pfades dient immer ein Vergleich dieses Status mit den globalen Anwendungsperformance-Zielvorgaben und eine globale Analyse der Datenverkehrszusammensetzung. Zusätzlich zu den üblichen Anforderungen jedes Datenstroms an die Netzwerkressourcen (Bandbreite, maximale Verlustquote, Jitter, Verzögerung usw.) und seiner Wichtigkeit erfordern die Anwendungs-Performance-Zielvorgaben noch einen weiteren Parameter: Die Empfindlichkeit der Applikation, die in Verbindung mit dem Sicherheitsparameter für jede Leitung verwendet wird.


Smart|Path verteilt alle geschäftskritischen Datenströme einer Niederlassung auf die am besten geeigneten Leitungen. Weniger kritische Applikationen laufen in der Regel über kostengünstigere Verbindungen. Sofern es die Zusammensetzung des Datenverkehrs zulässt, können auch die weniger wichtigen Ströme über die Primärverbindung laufen. Wenn die primäre Bandbreite erschöpft ist und es die Empfindlichkeit der Applikation erlaubt, kann die Bandbreite der Sekundärverbindung dazu verwendet werden, die Bedarfsspitzen der Nutzer von kritischen Applikationen abzufangen.

   

 

 

 

 

 

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